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Presse

Ausgabe 35/06 vom 1. September 2006

Mit German Power durch das Minenfeld

Sie haben aus den Terex-Kaelble Radladern SL 28 B gepanzerte Minenräumfahrzeuge gemacht (von links): Werner Künne, Jan-Marc Schwickert, Holger Behrens, Gerhard Schwickert und Torben Künne.

SPEZIALUMBAU:

COPPENBRÜGGE (ABZ)

Das weltgrößte Munitionsräumungsunternehmen ELS, in England beheimatet und mit rund 4500 Mitarbeitern weltweit überall dort tätig, wo die unsinnige Hinterlassenschaft der Kriege vorhanden ist, hat erneut einen großen Auftrag erhalten. Dieser Auftrag beweist ein weiteres Mal die Leistungsfähigkeit und Termintreue dieses in England beheimateten, aber über die Montaneisengesellschaft aus Essen nach Deutschland gehörenden und im Einfluss-bereich der Familie Behrens liegenden Unternehmens.

Das Land Dänemark hat dieses weltweit technologisch führende Unternehmen ELS beauftragt eine große Ostseestrandfläche, in der Nachbarschaft von Esberg gelegen, nach Fliegerbomben des Zweiten Weltkriegs zu durchsuchen um diese der geordneten Entsorgung zuzuführen. Dazu ist es erforderlich 500 000 Tonnen Sand aufzunehmen, zur Siebanlage zu befördern und anschließend wieder höhengerecht einzubauen und alles in der sehr kurzen Ausführungszeit von Juni bis Oktober 2006. Der Auftrag ist vom dänischen Parlament abgesegnet und vom dänischen Ministerpräsidenten dem Unternehmen (da von höchster Priorität) direkt vergeben worden. Firma ELS hat diesen Auftrag gegen weltweit scharfe Konkurrenz durch ihr überzeugendes Konzept und Preis-Leistungs- Verhältnis sowie den kurzen Ausführungszeitraum gewonnen. Nun waren die Spezialisten aus Coppenbrügge, Ortsteil Marienau, gefragt. Die Firma Gerhard Schwickert Baumaschinen und Nutzfahrzeuge GmbH, dort nunmehr seit 35 Jahren ansässig, erhielt den Auftrag, zwei neuwertige Terex-Kaelble Radlader SL 28 B für diesen Einsatzzweck zu liefern und innerhalb von 14 Tagen auf diesen Spezialeinsatz umzurüsten. Der Umbau dieser Maschinen erfolgte in der Firma Schwickert – verbunden mit der Firma Werner Künne, Stahlbau, Hemeringen, im Zwei-Schichten-Einsatz mit siebentägiger Wochenarbeitszeit.

Die Sandfahrzeuge wurden mit einem speziellen Chrommolybdänstahl gepanzert und die Sekuritfensterscheiben durch schusssichere Makrolohnfensterscheiben erneuert. Die Hydraulikanlage erhielt Bioöl, so dass, falls durch explodierende Bomben die Schläuche beschädigt werden, der Strand nicht verschmutzen kann. Die zwei Meter hohen Reifen werden mit einer Spezialfüllung derart bombensicher gemacht, dass sie auch bei einer Explosion noch weiter fahrfähig sind. Im Juni verließen die Maschinen pünktlich die Werkstatt der Firma Künne, um „Just in Time“ zu ihrem Bestimmungsort nach Dänemark zu rollen. Dieses erfolgte mit Spezial-Transportern, da die Maschinen mittlerweile nach ihrem Umbau 35 Tonnen schwer sind, 3,70 Meter hoch und 3,45 Meter breit. Sie verfügen über Daimler-Benz Actrosmotoren mit 400 PS. Die Schaufelinhalte betragen fünf und acht Kubikmeter, so dass mit einer Schaufelfüllung ein ganzer Dreiachs-Lkw befüllt werden kann. Sie haben eine Tragkraft in der Schaufel von rund 20 Tonnen und sind nach Aussage der Firma Schwickert die größten Radlader, die derzeit ein Deutschland hergestellt werden. ELS verfügt außerdem über gepanzerte Räumfahrzeuge, die auf den Golan- Höhen, im Kosovokrieg und in ganz Afrika und Asien einsetzt werden. Der nächste Auftrag soll bereits durch die Firma ELS der Firma Schwickert aufgrund der hervorragenden Zusammenarbeit und des exakten Timings erteilt werden.

Deister-Weser-Zeitung, 15.9.1994

MIT SCHMIEGE UND SCHMIEDE

Ein Wagenrad wird repariert

Das traditionelle Handwerk stirbt aus. Was früher spezielle Nagel-, Zirkel-, Messer-, Sensen- oder Hufschmiede erledigten, wird heute meist industriell hergestellt. Und die hochangesehene Kunst der Stellmacher - auch Wagner, Rädker oder Rademacher genannt - findet sich heute nicht einmal mehr als Stichwort im Taschenlexikon. Als die Schützengesellschaft Hemeringen Stellmacher und Schmied brauchte, um eines der vier Holzräder ihres Kanonenwagens instandzusetzen, mußte sie daher lange suchen. Doch sie hatte Erfolg.


Am Anfang steht das Holz. Gut abgelagert muß es sein und alt. Gutes Felgenholz aus Esche oder Buche sollte wenigstens zehn Jahre geruht haben. Rund 100 Jahre Lagerzeit veranschlagt man gemäß Faustregel für geeignetes Eichenholz, aus dem Speichen und Nabe geschnitten werden - selbst wenn es in der Praxis auch einmal sein kann, daß das Holz "nur" halb so alt ist. Im Falle des Böllerwagen-Rades ist glücklicherweise die Nabe noch zu gebrauchen. Denn sonst würden Wagnermeister Otto Hoppe und sein Geselle Alois Dobrowke noch mehr Stunden benötigen, um ein Rad zu fertigen. Doch auch so ist die Instandsetzung eine stundenlange Prozedur.

Zunächst müssen die zwölf Speichen zurechtgeschnitten und gekocht werden, um sie paßgenau in die alte Nabe einschieben und festspannen zu können. Denn dieses Einspeichen ist nur möglich, solange das Holz "weich" ist. Dann geht es an die Fertigung der Felgen. Für sie hat Otto Hoppe zunächst Stücke vom Seitenholz der Buche ausgewählt, da dessen Maserung der späteren Belastung besonders gut standhält. Nun tritt die Schmiege in Aktion, ein Werkzeug, das im Zunftzeichen der Stellmacher steht und für den Laien wie ein Zirkel aussieht. Mit dieser Schmiege reißt der Stellmacher den Innen- und den Außenradius des späteren Rades auf den Buchenstücken an, bevor die insgesamt sechs Felgenstücke von Hand zugesägt werden. Viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl sind notwendig, damit die Felgen haargenau auf die Speichen passen und gleichzeitig das Rad eine durchgängig runde Lauffläche bekommt. Außerdem muß zwischen den Felgenstücken stets ein winziger Zwischenraum gelassen werden, damit die Felge im ganzen elastisch bleibt. Eine Menge Arbeit ist geleistet, wenn nach rund 30 Stunden die Holzteile des Rades wieder gerichtet sind. Damit ist das Rad jedoch noch lange nicht fertig.

Es ist Aufgabe des Schmiedes, dem Holzreifen eine belastungsfähige Lauffläche aus Eisen anzupassen. Dazu muß er zunächst den Umfang des Holzrades wissen. Hierfür nimmt er ein tellergroßes Rädchen mit einer Markierung, das auf der Lauffläche abgerollt wird. So greift er exakt den Umfang des Holzreifens ab, den er dann abzüglich 2-3 Zentimeter auf ein Flacheisen überträgt, das im nächsten Arbeitsschritt zu einem Reifen gebogen und an den Enden zusammengeschweißt wird. Dieses Eisen, das jetzt etwas kürzer und enger als der Holzreifen ist, wird mit Hilfe der besonders wärmespeichernden Schmiedekohle langsam erwärmt. Rund eine halbe Stunde dauert es, bis der Eisenreif Stück für Stück auf die gewünschte Temperatur gebracht ist. Die Augen des 80jährigen Schmiedes Wilhelm Künne weichen keine Sekunde vom Metall: Es darf keine hellrote Farbe bekommen, sonst würde es unbrauchbar. Glüht es dunkelrot, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um den Ring, der sich durch die Wärme ausgedehnt hat, auf den Holzreifen zu ziehen. Das trockene Holz fängt sofort Feuer, weshalb Wilhelm Künne und sein Sohn den Reifen in einen Wassertrog tauchen, um die Flammen zu löschen. Beißender Rauch quillt auf, und für Sekunden verschwinden die beiden im Dunst. Mehrmals wird die Aktion wiederholt, da sich das Holz immer wieder entzündet. Den abkühlenden Eisenring, der sich immer stärker über den Holzrahmen zieht, paßt man abschließend mit ein paar Fäustel-Schlägen der Lauffläche an. Noch knackt das Holz von Zeit zu Zeit unter dem Zug des Eisens, doch das sitzt fest. Das Wagenrad ist fertig.

Nach getaner Arbeit ist gut essen und trinken. Die Artilleristen der Hemeringer Schützengesellschaft, die die Schmiedearbeiten gespannt verfolgten, lassen sich ihre zünftige Brotzeit und das traditionelle Glas Klaren schmecken. Denn sie wissen: Für die nächste Mobilmachung, wenn sie der Hemeringer Schützenkönig zum Waffendienst ruft, ist ihr Kanonenwagen wieder verfügbar. Und "Hauptmann Bummskopp" Willy Knickmeyer wird erneut die Einsatzbereitschaft der Kanone melden können: 3 Meter lang, mit aufgesetztem Messingböller, Kaliber 28, gezogen von vier Kaltblütern. So, wie es seit den Befreiungskriegen die Hemeringer Schützengesellschaft gewohnt ist. Alle vier Jahre aufs neue.

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